Beitrag aus dem Nordharz Portal

Grenzschützer aus Niedersachsen trafen sich nach
30 Jahren an ihrer ehemaligen Wirkungsstätte

Ehemalige Grenzschützer vom Bundesgrenzschutz und Zollgrenzdienst nehmen regelmäßig an Grenzwanderungen zu historischen Plätzen an der innerdeutschen Grenze teil. Hierbei werden sie von ehemaligen Soldaten der DDR-Grenztruppen, teilweise von ihren Ehefrauen und Gästen begleitet.

Es ging zum Grenzabschnitt zwischen dem
„Dreieckigen Pfahl und Brocken“

Von der sieben Kilometer langen Wegstrecke vom Waldparkplatz am Ehrenfriedhof Oderbrück über Grenzstein Dreieckiger Pfahl, Quelle der Kalten Bode und Goethebahnhof zum Brocken, die teilweise auf dem mit Betonplatten ausgelegten Kolonnenweg der DDR-Grenztruppen führte, zeigte sich die Wandergruppe begeistert.

Die Organisatoren Lothar Engler und Wolfgang Roehl schilderten in den eingelegten Pausen eindrucksvoll zugetragene Grenzzwischenfälle, zeigten Fotoaufnahmen und informierten über ihre Bemühungen, Informationstafeln in diesem Grenzabschnitt aufzustellen. Das Wanderwetter war optimal. Auf dem Gipfel des höchsten Berges in Norddeutschland (1142m), war es allerdings sehr windig.

Lothar Engler schätzt, dass etwa 90% der Brockenwanderer*innen, den 1,35m großen Grenzstein „Dreieckiger Pfahl“, der während der deutschen Teilung die Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland und seit der Wiedervereinigung zwischen den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Niedersachsen markiert, nicht bemerken, da sie nur auf das Ziel, schnell zum Brockenplateau zu gelangen, fixiert sind.

Der Brocken wurde 1961 militärisches Sperrgebiet

Um den gesamten Gipfelbereich wurde von 1977 bis 1985 eine 3,60m hohe und 1560m lange Betonmauer (sowie um West-Berlin) errichtet, die 1991 wieder abgerissen wurde. Seit dem 3. Dezember 1989 ist der Brocken wieder frei zugänglich.

Im heutigen Brockenhaus (auch Stasi-Moschee genannt) befindet sich unter anderem eine faszinierende Ausstellung auf drei Etagen. Sie informiert über Natur, Geschichte und Technik. In der runden Kuppel aus glasfaserverstärktem Polyesterharz, sind imposante Antennen und Parabolspiegel für die Abhörtechnik, die aus dem kapitalistischen Ausland beschafft wurde, zu sehen.

Von der Aussichtsplattform hat man einen weiten Blick in die reizvolle Landschaft. Auf einer Hinweistafel ist die Zuständigkeit für die Sicherung der innerdeutschen Grenze beschrieben, die allerdings einen Fehler enthält. Der Zollgrenzschutz wurde nicht genannt, obwohl er bereits vor der Aufstellung des Bundesgrenzschutzes am 16.03.1951 für die Bewachung zuständig war.

Die Abschlussbesprechung der Grenzwanderung fand in der Waldgastgaststätte „Marienteich-Baude“ zwischen Torfhaus und Bad Harzburg statt, an der sich ein Wildkatzengehege befindet.

Text/Fotos: Helmut Gleuel

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